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Hamburger Morgenpost Online vom 16.06.1999 Der "Matrix"-Star im MOPO-Interview Keanu, der Weltenretter Das ganze Leben ist nur Schein, denn die "Matrix", unsere Alltagswelt, ist eine Computer-Simulation. In Andy und Larry Wachowskis Endzeitthriller (ab morgen im Kino) wären wir alle verloren, gäbe es nicht Keanu Reeves. Der smarte Weltenretter, seit "Little Buddha" erfahren in Sachen Wiedergeburt, spricht in der MOPO über Matrix, Musik und mehr. MOPO: Alle schwärmen von den Super Special Effects in "Matrix". Haben Sie keine Angst, eines Tages dank der Technik als Schauspieler arbeitslos zu werden? Reeves: Nein, ich glaube nicht, daß das passieren wird. Das Publikum wird immer auch Menschen auf der Leinwand sehen wollen und nicht nur klasse Computertricks. MOPO: "Matrix" spielt in einer ziemlich düsteren Zukunft, in der Maschinen Menschen in einer virtuellen Wirklichkeit kontrollieren. Wie sehen Sie die Zukunft? Reeves: In gewisser Weise habe ich Angst davor und ich wünsche mir nur Glück, denn das werden wir brauchen. Irgendwann werden die Resourcen unseres Planeten aufgebraucht sein, es wird eine Krise geben, und dann muß zwangsläufig irgend etwas passieren... MOPO: Nach dem Riesenerfolg von "Speed" ist mit Ihrer Karriere erst mal nicht so viel passiert. Haben Sie nur noch Musik gemacht? Reeves: Nicht nur, aber es ist eben nicht so einfach, immer gute Projekte in Hollywood zu bekommen. MOPO: Demnächst gehen Sie wieder mit Ihrer Band "Dogstar" auf Europatournee. Ist Ihnen die Musik wichtiger als das Filmbusiness? Reeves: Nein, ich habe da keine Präferenzen. MOPO: Sie haben mal von sich behauptet, eher schüchtern zu sein. Wie läßt sich das mit dem Leben als Film- oder Popstar vereinbaren? Reeves: Ganz gut, ich spiele ja nur Baß und bin nicht der Frontmann. Ich stehe einfach nur in meiner Ecke herum und daddele so vor mich hin. MOPO: Jetzt sind Sie so etwas wie der Messias, der zur Rettung der Menschheit so viel Munition verballert, daß selbst Charlton Heston neidisch sein dürfte... Reeves: Ich bin kein Freund von Waffen, aber hier sind sie auch nur Werkzeuge. Was mich viel mehr interessiert und worum es auch in dem Film geht, ist, wie und vor allem warum wir sie benutzen. Waffen töten keine Menschen, es sind Menschen, die Menschen töten. MOPO: Am Beginn Ihres Daseins als Held in "Matrix" steht allerdings erst mal eine ziemlich ekelige Geburtsszene... Reeves: Und das hat unglaublichen Spaß gemacht. Ich fand es cool, mir den Schädel zu rasieren, und überhaupt dieser ganze Wiedergeburtsaspekt, einfach großartig. MOPO: Besser als die Reinkarnation von "Little Buddha", den Sie auch mal verkörperten? Reeves: Nicht besser, nur anders, aber trotzdem vergleichbar. Bettina Peulecke |